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Fairtrade-Deutschland
20.09.2017

400. Fairtrade-School bundesweit ausgezeichnet

Die Karla-Raveh-Gesamtschule in Lemgo wurde heute zur 400. Fairtrade-School in Deutschland ausgezeichnet.

Auszeichnungsfeier zur 400. Fairtrade-School (Bild: Demetrius Savvides)

Lemgo/Köln, 26. September: Die Karla-Raveh-Gesamtschule in Lemgo wurde heute zur 400. Fairtrade-School in Deutschland ausgezeichnet. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, Schirmherrin der Fairtrade-Schools-Kampagne von TransFair e.V., ist vom Mehrwert der Kampagne überzeugt: „Die Fairtrade-Schools-Kampagne schärft das Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Konsumverhalten und den Lebensbedingungen in den Ländern des Globalen Südens. Sie ermutigt unsere Schülerinnen und Schüler, sich mit ihren Ideen für eine gerechtere Welt einzusetzen – am Schulkiosk, mit einer Fairtrade-Aktion oder beim nächsten Familieneinkauf.“

Fairtrade-Schulteam setzt auf Öffentlichkeitsarbeit

Das Schulteam der Karla-Raveh-Gesamtschule hat gemeinsam einen Aktionsplan erstellt, der alle Schülerinnen und Schüler mit einbezieht. Von einer Rosen-Aktion mit fairen Blumen bis zum Oster-Special mit fairen Schokohasen setzt sich das Team, bestehend aus 16 Mitgliedern, davon zehn Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Klassenstufen, für den fairen Handel ein. Das Engagement des Schulteams wird im gesamten Schulalltag gelebt, so findet Unterricht zum fairen Handel in drei verschiedenen Jahrgängen und in den drei Schulfächern Religion, Erdkunde und Gesellschaftslehre statt.

Livia aus der sechsten Klasse sagt: „Ich engagagiere mich für den fairen Handel, damit Kinder eine Chance bekommen, zur Schule zu gehen.“ Die Schülerin Saskia-Aimee aus der achten Klasse ergänzt: „Kinderarbeit muss verboten werden, jeder hat das Recht auf Bildung!“ Seine wichtigste Aufgabe sieht das Schulteam in der Öffentlichkeitsarbeit: Alle Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule sollen erfahren, was fairer Handel genau ist und wie nachhaltiger Konsum in Deutschland den Produzentenfamilien im globalen Süden zugutekommt.

Fairtrade-Schools-Kampagne als bundesweite Bildungsplattform

Das Engagement der Schule aus Lemgo steht stellvertretend für 400 Schulen, die sich bundesweit als „Fairtrade-School“ für den fairen Handel einsetzen. Über 200 weitere Schulen befinden sich auf dem Weg. Im Jahr 2012 startete die Kampagne als einmalige bundesweite Bildungsplattform zum fairen Handel. Ausgezeichnet als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ macht sie Nachhaltigkeit im Schulalltag konkret umsetzbar. Sie fördert den fairen Handel im Unterricht, informiert über das Angebot fairer Produkte in der Schulverpflegung und zeigt anhand vieler Beispiele, wie Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und weitere Interessierte sich an Schulen und auch im Schulumfeld für Produzentenorganisationen im globalen Süden einsetzen können.

Der Schwerpunkt der Kampagne liegt auf der lokalen Vernetzung: Engagierte Schulen können sich bei bundesweiten Fairtrade-Schülerakademien austauschen und sich im Rahmen der Kampagnen Fairtrade-Towns und -Universities mit anderen Fair-Handels-Aktiven auf kommunaler Ebene austauschen.
Die Kampagne Fairtrade-Schools wird von dem gemeinnützigen Verein TransFair getragen. Für die Auszeichnung zu einer Fairtrade-School müssen fünf Kriterien rund um den fairen Handel erfüllt sein: ein Fairtrade-Schulteam gründen, einen Fairtrade-Kompass erstellen, faire Produkte verkaufen, über den fairen Handel unterrichten sowie eine Schulaktion zum Thema veranstalten. Die Kampagne wird von Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.