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Fair handeln beginnt in der Schule
Osnabrücker Fairtrade-Schüler*innenakademie bringt globale Perspektiven in den Schulalltag
Mitten in der Fairen Woche wurde die Lagerhalle Osnabrück zu einem Ort, an dem globale Gerechtigkeit nicht nur Thema, sondern erfahrbare Realität wurde. 100 Schüler*innen aus zehn Schulen* kamen zur Fairtrade Schüler*innenakademie – und zeigten, wie viel Energie entsteht, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen und Schulen ihnen dafür Raum geben.
Schon der Auftakt setzte einen Ton, der den Tag prägen sollte. Auf dem Podium tauschte sich Claudia Brück (Vorständin Fairtrade Deutschland mit Thomas Hohn (Politikexperte bei Greenpeace) und Sisko Ernstin (Vorstandsmitglied im Landesschülerrat Niedersachsen) darüber aus, wie Schulen zu Orten werden können, an denen globale Zusammenhänge nicht abstrakt bleiben, sondern in konkrete Handlungsspielräume übersetzt werden. Die Mischung aus zivilgesellschaftlicher Expertise und jugendlicher Perspektive machte deutlich, dass Engagement nicht nebenbei passiert, sondern Teil von Schule sein sollte.
Einblicke in die globale Wirkung des fairen Handels gaben zwei besondere Gäste: Elsi Pereira von der Kaffee Kooperative APROCOMSA und Sonia Vásquez vom Fairtrade Produzentennetzwerk CLAC machten auf ihrer Rundreise durch Deutschland Station in Osnabrück. Ihre Einblicke in die Realität von Fairtrade-Kooperativen, in Klimarisiken und die Bedeutung stabiler Handelsbeziehungen verliehen dem Tag eine Tiefe, die viele Schüler*innen sichtbar bewegte.
In den Workshops zeigte sich, wie vielfältig Engagement aussehen kann. Manche Schüler*innen entwickelten Kampagnenideen für ihre Schulen, andere beschäftigten sich mit den Hintergründen von Kakao oder den Rohstoffen im eigenen Handy. Wieder andere erkundeten, wie Nachhaltigkeit glaubwürdig auf Social Media kommuniziert werden kann. Überall wurde ausprobiert, verworfen, neu gedacht – und immer wieder die Frage gestellt, wie sich diese Impulse in den eigenen Schulalltag übertragen lassen.
Parallel nutzten Lehrkräfte den Tag für einen intensiven Austausch darüber, wie sich Fairtrade strukturell verankern lässt. Der Blick auf Schulentwicklung spielte eine zentrale Rolle: Wie kann Unterricht Kinder und Jugendliche befähigen, sich für globale Gerechtigkeit einzusetzen? Wie verankern wir Nachhaltigkeit im Sinne des Whole School Approaches an unseren Schulen? Und wie wird aus einer engagierten AG eine Bewegung, die die gesamte Schulgemeinschaft erreicht?
Am Ende blieb ein Eindruck, der über den Tag hinausreicht: Die Fairtrade-Schüler*innenakademie in Osnabrück hat gezeigt, wie stark junge Menschen globale Verantwortung tragen – und wie sehr Schulen davon profitieren, wenn sie ihnen echte Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Fairer Handel wurde an diesem Tag nicht nur vermittelt, sondern als Haltung sichtbar.
Die Fairtrade-Schüler*innenakademie fand in Kooperation mit der Fairtrade-Town Osnabrück und Misereor statt.